Staatlich gefördertes ETF-Sparen mit drei Garantieoptionen
Sparern stehen künftig drei Garantieoptionen (bzw. Risikostufen) offen: Wer sich viel Sicherheit wünscht, kann sich nach wie vor für eine 100-prozentige Beitragsgarantie entscheiden. Dann erhält man zwar mindestens alle eingezahlten Beiträge zurück, der Ertrag wird aber eher gering sein. Für renditeorientierte (und risikofreudige) Sparer gibt es ein Depot ohne Garantien, ein Produkt mit 80-prozentiger Garantie geht dabei den Kompromissweg.
Mehr Rendite verspricht auch die Nähe zum Kapitalmarkt: Wurde bei Riester noch recht konservativ angelegt, sollen Sparer künftig auch in ETFs oder Aktienfonds investieren und dabei von der staatlichen Förderung profitieren können.
Wer nur wenig einzahlen kann, wird mehr gefördert
Neu ist auch die attraktivere Förderung von Geringverdienern und Familien, ein einfach verständliches Standarddepot für Einsteiger sowie der Einbezug von Selbstständigen. Außerdem soll die Auszahlphase flexibler gestaltet werden. Alte Riester-Verträge sollen weiterlaufen, ein Wechsel sei aber möglich.
Die wichtigsten Fakten auf einen Blick
Was muss ich jetzt tun?
Du hast bereits einen Riester-Vertrag und möchtest die neue Förderung nutzen? Oder hast du dich noch gar nicht mit deiner privaten Vorsorge auseinandergesetzt? Dann wende dich direkt an deinen Financial Trainer: In der Beratung erfährst du, wie du die Förderungen am besten nutzen und um weitere Produkte ergänzen kannst.
Warum ist die Riester-Reform so wichtig?
Zu teuer, zu kompliziert, zu wenig Rendite: Die Riester-Rente ist gescheitert, mit dem neuen Altersvorsorgedepot soll jetzt nachgebessert werden. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) spricht von einem „Meilenstein“ für die staatlich geförderte private Altersvorsorge. Und der ist dringend nötig, denn die gesetzliche Rente allein wird nicht ausreichen, um den Großteil der Deutschen im Ruhestand finanziell abzusichern. Gründe dafür sind unter anderem die hohen Sozialausgaben und das niedrige Rentenniveau.
Private Altersvorsorge muss zugänglicher werden
Wie die kürzlich auf den Weg gebrachte Frühstart-Rente, soll mit dem Altersvorsorgedepot ebenfalls die private Vorsorge gestärkt werden. Gerade Sparer mit geringem Einkommen hätten es jetzt leichter, ein Vermögen aufzubauen: es lohne sich bereits „ab dem ersten Euro“, so Klingbeil.
Auslaufmodell Riester-Rente
Um das Sozialsystem zu entlasten, will die Bundesregierung, dass sich mehr Menschen privat für ihren Ruhestand absichern. Den selben Plan gab es eigentlich auch 2002 mit der Einführung der Riester-Rente. Das Problem: Die teuren Verwaltungskosten und die 100-prozentige Beitragsgarantie haben die Renditen schrumpfen lassen. Fazit: Das „Riestern“ hat sich für viele nicht richtig gelohnt. Deshalb wird in 20 bis 25 Prozent der alten Verträge auch gar nichts mehr eingezahlt.
Garantie frisst Rendite: Sicherheit kommt Sparer teuer zu stehen

Wer sich bei der Geldanlage Sicherheit wünscht, muss diese teuer bezahlen – der Nutzen ist dabei umstritten. Denn um 100 Prozent aller eingezahlten Beiträge zu garantieren, fließt das Geld oft in besonders konservative Anlagen wie Staatsanleihen. Aufgrund der aktuellen Niedrigzinsphase werfen diese aber kaum Ertrag ab. Das bedeutet, dass ein größerer Teil der eingezahlten Beiträge in diese „sicheren“ Anlagen investiert werden muss. Der Anteil, der in renditestärkere Produkte – also in ETFs oder Aktien – fließen könnte, wird damit kleiner. Als Folge sinkt die Renditeerwartung.
Stefan Granel
ONESTY-CEO und Finanzexperte
„Anleger wissen oft nicht, dass sich ‚Garantien‘ auch negativ auf ihre Renditeerwartungen auswirken können. Und genau deshalb halte ich die Arbeit unserer Financial Trainer für so wichtig. Sie vermitteln unseren Kunden das nötige Wissen, um auf dem Kapitalmarkt die richtigen Entscheidungen zu treffen.“

Wie funktioniert die Förderung?
Das neue Fördersystem zielt besonders darauf ab, Sparer mit geringerem Einkommen sowie Familien zu unterstützen. Deshalb werden die ersten eingezahlten 360 Euro doppelt so hoch gefördert wie die Beträge, die darüber hinausgehen – mit 50 Cent pro Euro. Für 360 Euro im Jahr erhalten Sparer also bereits einen Zuschlag von 180 Euro. Das soll Anreize liefern, das Altersvorsorgedepot auch mit kleinen Beiträgen zu besparen. Der Mindestbetrag, um die Förderung zu erhalten, liegt bei 10 Euro im Monat.
Insgesamt werden Einzahlungen von bis zu 1.800 Euro pro Jahr gefördert
Ab 361 Euro bis zur Obergrenze von 1.800 Euro gibt es dann 25 Cent pro Euro vom Staat. Das entspricht weiteren 360 Euro möglicher Förderung. Insgesamt ist so eine maximale Grundzulage von 540 Euro jährlich möglich, wenn man den gesamten förderfähigen Betrag von 1.800 Euro pro Jahr einzahlt. Die allgemeine Obergrenze für Einzahlungen soll bei 6.840 Euro pro Jahr liegen – also weitere 5.040 Euro, die dann allerdings nicht bezuschusst werden.
Altersvorsorgedepot: Gestaffelter Zuschuss und Kinderzulage

Wie sieht ein Standarddepot aus?
Das sogenannte „Standarddepot“ richtet sich an Sparer mit wenig Kapitalmarkterfahrung. Damit soll ein einfacher Einstieg in die private Altersvorsorge ermöglicht werden: Anleger entscheiden sich vor dem Vertragsabschluss für ein eher sicherheits- oder chancenorientiertes Profil. In der Ansparphase müssten dann keine weiteren Entscheidungen getroffen werden – innerhalb bestimmter Rahmen soll ein Nachjustieren aber durchaus möglich sein. Ein solches Depot soll bei jedem privaten Anbieter eines Altersvorsorgedepots abgeschlossen werden können. Alternativ muss auf das Standarddepot eines anderen Anbieter verwiesen werden.
Kostendeckel und staatlich organisierte Standardlösung
Die Effektivkosten sollen bei Standarddepots auf maximal 1 Prozent gedeckelt werden. Neu ist auch die geplante Einführung eines staatlichen Standarddepots, das durch einen öffentlichen Träger organisiert wird. Damit soll Einsteigern ein besonders niederschwelliges Angebot gemacht werden.
Augen auf bei der Depot-Wahl
Wer sich gegen die Standardlösung und für ein selbst gestaltetes Altersvorsorgedepot bei einem zertifizierten Anbieter entscheidet, genießt zwar mehr Investitionsspielraum und Flexibilität – muss dafür aber auch deutlich mehr Know-how mitbringen. Wir finden: Wer etwas Zeit in die Thematik investiert, wird auf lange Sicht belohnt.
Deshalb unser Tipp: Lass dich unbedingt beraten, bevor du hier eine langfristige Entscheidung triffst.
Wer ist förderberechtigt? Wer nicht?
Während selbstständig Erwerbstätige künftig mit in die staatlich geförderte private Vorsorge einbezogen werden, gibt es einige Personengruppen, die nicht unmittelbar förderberechtigt sind. Dazu zählen zum Beispiel:
- freiwillig gesetzlich Versicherte
- Minijobberinnen und Minijobber, die von der Rentenversicherungspflicht befreit sind
- Bezieher einer Vollrente
Ob du selbst von der staatlichen Förderung des Altersvorsorgedepots profitieren kannst, kannst du einfach hier auf der Seite des Bundesfinanzministerium überprüfen. Solltest du keiner der beispielhaft aufgeführten Gruppen zugehören, aber verheiratet sein, kannst du die Förderung gegebenenfalls über deine Ehegattin oder deinen Ehegatten erhalten.

Für wen ist das Altersvorsorgedepot interessant?
Die gestaffelte Förderstruktur des Altersvorsorgedepots begünstigt vor allem Kleinsparer. Auch wenn du nur wenig zurücklegen kannst, bekommst du für die ersten einzahlten 360 Euro schon 180 Euro Zuschlag pro Jahr. Das sind 30 Euro im Monat, die zum Jahresende auf insgesamt 540 Euro anwachsen. Falls du ein Kind hast, würdest du hier bereits den maximalen Kinderzuschuss von 300 Euro erhalten. In genau diesen Fall gilt: Für 360 Euro landen pro Jahr insgesamt 840 Euro in deinem Depot. Also mehr als doppelt so viel, wie du eingezahlt hast.
Wer früh anfängt, kann mit kleinen Beiträgen ein Vermögen aufbauen
Das Altersvorsorgedepot lohnt sich damit besonders für Personen, die nur wenig weglegen können sowie für Familien mit einem oder mehreren Kindern. Wenn du rechtzeitig mit dem Sparen anfängst, kannst du außerdem den Zinseszins-Effekt voll ausschöpfen: Da die Zinserträge erneut verzinst werden, wächst der Wert deines Depots immer schneller. Je länger das Geld angelegt bleibt, desto stärker der Effekt. Wie so oft gilt: Rechtzeitig an die eigene Vorsorge zu denken und die richtigen Schritte einzuleiten, lohnt sich.
Gibt es bessere Alternativen für dich?
Um darauf eine fundierte Antwort geben zu können, braucht es Finanzwissen. Und darum steht es in Deutschland leider nicht besonders gut. Könntest du zum Beispiel sagen, ob sich ein nicht-gefördertes ETF-Depot oder eine fondsgebundene Rentenversicherung mehr für dich lohnt als die staatliche Alternative? Falls ja, bist du den meisten weit voraus. Allen anderen empfehlen wir: Lasst euch von uns finanzfit machen.
Neustart für die staatlich-private Altersvorsorge
Mit dem Altersvorsorgedepot geht die staatlich geförderte private Altersvorsorge einen großen Schritt auf den Kapitalmarkt zu. Gut so, denn hierzulande ist die Aktienquote deutlich niedriger als in unseren Nachbarländern. Der Staat hat endlich erkannt, was wir unseren Kunden seit Jahren mitgeben: Wer langfristig ein Vermögen aufbauen möchte, darf sein Geld nicht in renditeschwache Produkte stecken oder gar auf dem Girokonto geparkt lassen.
Du willst jetzt das Altersvorsorgedepot nutzen, um mit der privaten Vorsorge anzufangen? Dann sprich mit uns: Wir zeigen dir unter anderem, wie du die staatliche Förderung ab 2027 richtig angehst und sinnvoll um weitere Vorsorgeprodukte ergänzen kannst.
Mit
Finanzbildung zur erfolgreichen Investment-Strategie
Vermögensaufbau heißt auch, selbst die richtigen finanziellen Entscheidungen treffen zu können. Und deswegen legen wir unseren Fokus so stark auf das Thema Bildung. Ob Deutschland jetzt ein Aktienland wird? Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Bei ONESTY tun wir jedenfalls alles dafür, um unseren Kunden die Vorteile des Kapitalmarktes näher zu bringen.
Aktueller Stand der Riester-Reform
- Das Gesetz wurde am 27. März 2026 vom Bundestag verabschiedet, der Bundesrat muss noch zustimmen.
- Die neuen Produkte sollen ab dem 1. Januar 2027 angeboten und abgeschlossen werden können.
- Einiges ist noch unklar: in etwa wie die Übertragung eines Riester-Vertrags konkret abläuft oder wer als öffentlicher Träger des staatlichen Standarddepots benannt wird.
- Wenn du wissen willst, ob es hier neue Entwicklungen oder nennenswerte Änderungen gibt, kannst du dich jederzeit unkompliziert an deinen Financial Trainer wenden.
Faktencheck Altersvorsorgedepot
Die wichtigsten Antworten auf deine Fragen – kompakt und verständlich erklärt
Kern der Reform ist der Wegfall von Garantiepflichten und der Schritt in Richtung Kapitalmarkt. Anleger können jetzt auch mit staatlicher Förderung in ETFs oder Aktienfonds investieren. Mit der Staffelung der Zuschüsse werden Geringverdiener außerdem stärker gefördert als bisher. Neu ist auch der Einbezug von Selbstständigen und ein staatlich organisiertes Standarddepot für Einsteiger.
Ja, die Förderstruktur des Altersvorsorgedepots begünstigt vor allem Kleinsparer: Zuschüsse von 50 Cent pro eingezahltem Euro gibt es bereits ab 10 Euro im Monat. Wer früh mit dem Sparen anfängt, kann dabei den Zinseszins-Effekt voll ausschöpfen.
Die Wertentwicklung hängt stark von der gewählten Anlageform ab. Wählt man ein Produkt ohne Garantien, sind Kursschwankungen möglich. Langfristig gleichen sich diese zwar oft aus, kurzfristig kann es aber zu Verlusten kommen. Höhere Renditechancen gehen immer mit höheren Risiken einher. Man kann auch ein Produkt mit 100 Prozent Beitragsgarantie wählen, dann sind die Ertragschancen verhältnismäßig aber eher gering.
Die Auszahlungsphase wird flexibler. Zu Beginn soll aus zwei Möglichkeiten ausgewählt werden können: Eine Auszahlung als lebenslange Rente oder ein befristeter Auszahlungsplan, der mindestens bis zum 85. Lebensjahr laufen soll. Zu Beginn der Auszahlphase soll außerdem eine Einmalentnahme von bis zu 30 % möglich sein.
Während der Ansparphase fallen keine Steuern auf Erträge und Wertsteigerungen an. Für die Auszahlphase gilt die nachgelagerte Besteuerung.
Es soll möglich sein, von einem bestehenden Riester-Vertrag in das neue System (inklusive der neuen steuerlichen Förderung) zu wechseln, ohne die bisherige Förderung zurückzahlen zu müssen. Für Riester-Verträge, die vor 2027 abgeschlossen wurden, gilt Bestandsschutz: sie können mit der bisherigen Förderung weitergeführt werden. Ob sich der Wechsel lohnt, hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Wer sich unsicher ist, sollte sich in dieser Hinsicht beraten lassen.
Quellen
https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw13-de-altersvorsorge-1156798
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/riesterrente-nachfolge-100.html
https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/bundestag-beschluss-altersvorsorge-100.html
https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/reform-private-altersvorsorge-100.html



